Hilfsmittel für
Muskelkranke
von Dr. Carsten
Schröter
Hilfsmittel - Einleitung
Typische Symptome der meisten neuromuskulären Erkrankungen sind in
unterschiedlichem Ausmaß Muskelschwäche und rasche Ermüdbarkeit, Muskelatrophie
(= Verschmächtigung
der Muskulatur), bei
einigen Erkrankungen auch Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe. Insbesondere zur
Kompensation der Funktionsstörungen bedingt durch die Schwächen und eventuell
bestehende Sprech- oder Atemstörungen sind Hilfsmittel notwendig.
Eine
Reihe von Hilfsmitteln kann die Bewältigung der Beeinträchtigungen durch die
Krankheit erleichtern oder erst ermöglichen. Hierzu können gehören Duschstuhl,
Badewannen-Lifter, Toilettensitzerhöhungen, Umsetzhilfen, Gehhilfen, Rollstuhl,
Rampen für den Rollstuhl, Krankenbett, aber auch kleine Hilfen wie Greifzangen.
Das
Ausprobieren und die Versorgung mit Hilfsmitteln sind eine Domäne der
Ergotherapie. Ist das Sprechen gestört und damit eine Kommunikation nicht mehr
ausreichend möglich, sind Kommunikationshilfen notwendig, beispielsweise
Sprachcomputer. Hier sollten Logopäden das für den Betroffenen günstigste Gerät
ermitteln und anpassen.
Notwendige Hilfsmittel werden von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) gemäß den
Vorgaben des Sozialgesetzbuches V (SGB V) übernommen. Was sind aber die
gesetzlichen Grundlagen für die Versorgung mit Hilfsmitteln? Der § 33 des SGB V
beschäftigt sich mit Hilfsmitteln. Dort heißt es im ersten Satz des ersten
Absatzes: Versicherte haben Anspruch auf Versorgung mit Hörhilfen,
Körperersatzstücken, orthopädischen und anderen Hilfsmitteln, die im Einzelfall
erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer
drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen, soweit
die Hilfsmittel nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens
anzusehen oder nach § 34 Abs. 4 ausgeschlossen sind.
Nach
§ 128 des SGBV erstellen die Spitzenverbände der Krankenkassen gemeinsam ein
Hilfsmittelverzeichnis. In dem Verzeichnis sind die von der Leistungspflicht
umfassten Hilfsmittel aufzuführen und die dafür vorgesehenen Festbeträge oder
vereinbarten Preise anzugeben. Das Hilfsmittelverzeichnis ist regelmäßig
fortzuschreiben. Vor Erstellung und Fortschreibung des Verzeichnisses ist den
Spitzenorganisationen der betroffenen Leistungserbringer und
Hilfsmittelhersteller Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben; die Stellungnahmen
sind in die Entscheidung einzubeziehen. Das Hilfsmittelverzeichnis wird im
Bundesanzeiger bekannt gemacht.
Wovon hängt
ab, ob ein Hilfsmittel in das Hilfsmittelverzeichnis neu aufgenommen wird? Nach
§139 SGBV (Absatz 2) ist Voraussetzung der Aufnahme neuer Hilfsmittel in das
Hilfsmittelverzeichnis, dass der Hersteller die Funktionstauglichkeit und den
therapeutischen Nutzen des Hilfsmittels sowie seine Qualität nachweist. Über die
Aufnahme in das Hilfsmittelverzeichnis entscheiden die Spitzenverbände der
Krankenkassen gemeinsam und einheitlich, nachdem der Medizinische Dienst die
Voraussetzungen geprüft hat. Das Verfahren zur Aufnahme in das
Hilfsmittelverzeichnis regeln die Spitzenverbände der Krankenkassen.
Sind
Hilfsmittel notwendig, um weiterhin erwerbstätig sein zu können, kann auch der
Rentenversicherungsträger als Kostenträger in Frage kommen.
Hilfsmittel -
Beispiel:
Rollstuhl
Der Rollstuhl
hat eine größere Bedeutung als nur ein Hilfsmittel zu sein. Mit dem Gegenstand
wird gedanklich Behinderung und Abhängigkeit von Hilfe mit den damit
assoziierten Emotionen verbunden. „Sitze ich erst einmal im Rollstuhl...“. Ist
der Schritt, im Bedarfsfall einen Rollstuhl zu akzeptieren, getan, profitiert
der schwerer gehbehinderte Muskelkranke durch den erweiterten Bewegungsradius
und die dadurch wieder umfassendere Teilhabe am sozialen Leben. Aber dieser Weg
zum Rollstuhl über emotionale Klippen kann sehr schwer sein. Weiter unten auf
dieser Seite beschreibt eine selbst von einer Muskelkrankheit betroffene Frau im
Kapitel „Der Weg zum Rollstuhl...“, wie es gelingen kann den, Rollstuhl als
Hilfsmittel anzunehmen und welche Faktoren dabei unterstützend wirken können.
Sie hatte diesbezüglich Interviews Betroffener und Untersuchungen im Rahmen
einer Diplomarbeit durchgeführt und diese zusammengefasst.
Aber nicht nur
aus den genannten Gründen stellt die Rollstuhlversorgung ein Problem dar. Es
gibt eine Reihe verschiedener Arten von Rollstühlen, verschiedene Ausstattungen,
Antriebsarten und Nutzungszwecke. Deshalb muss vor der Beschaffung des Gerätes
geklärt werden, für welche Funktionen der Rollstuhl benötigt wird. Wird er nur
für den Innenraum benötigt? Muss er einen Sitzlift haben, z. B. um an der
Arbeitsstelle an Akten in höheren Regalen heranzukommen? Ist eine Aufrichthilfe
notwendig, weil der Betroffene nicht ohne Hilfe aufstehen kann, wenn er sich
aufgerichtet hat aber im gewissen Radius gehen kann. Soll der Rollstuhl mehr für
die Wege auf öffentlichen Straßen geeignet sein oder muss er auch für weniger
ausgebaute Wege, beispielsweise sogar Waldwege geeignet sein? Soll er mit dem
eigenen KFZ transportiert werden können und dafür eher leicht sein? Sind
elektrische Zusatzantriebe notwendig, bei der Elektromotoren im Rad die
Anschubbewegung unterstützen? Soll es ein Elektrorollstuhl sein? Ist eine
besondere Steuerung nötig, z. B. Steuerung durch Kinn oder Kopf? Die Fragen
lassen sich weiter fortsetzen. Deshalb ist eine gute Beratung notwendig. Auch
sollte der ausgewählte Rollstuhl vor Beschaffung ausprobiert werden.
Beratung ist
z. B. im Rahmen von Rehabilitationsbehandlungen möglich. Ein kompetenter
Ansprechpartner für muskelkranke Menschen für Fragen zu Hilfsmitteln, auch
Rollstühlen, ist das Hilfsmittelberatungszentrum der Deutschen Gesellschaft für
Muskelkranke e.V. in Freiburg. Nähere Informationen können Sie unter
www.dgm.org erhalten.
Hilfsmittel -
Beispiel:
Kommunikationshilfsmittel
Die
sprachliche Verständigung mit der Umwelt ist eine der grundlegendesten
Bedürfnisse des Menschen. Bei einigen der neuromuskulären Erkrankungen können
Störungen des Sprechens auftreten, beispielsweise bei der amyotrophen
Lateralsklerose. Einfache Hilfsmittel sind Kommunikationstafeln oder ein
kommerzielles oder individuell erstelltes Kommunikationsbuch. Häufig wird aber
ein elektronisches Kommunikationsgerät benötigt. Je nach vorwiegend vorgesehener
Nutzung kann es ein kleines kompaktes und damit mobiles oder auch ein größeres
Gerät sein. Auch gibt es verschiedene Eingabesysteme. Dies können kleine Tasten
eines mobilen Gerätes, eine normale PC-Tastatur oder spezielle Tastaturen sein.
Bei auch motorisch schwerst betroffenen Personen kann die Steuerung über
Kopfbewegungen erfolgen oder bei Personen ohne Restbeweglichkeit von Kopf und
Extremitäten auch über Augenbewegungen. Auch hier sind eine eingehende Beratung
und Ausprobieren von in Frage kommenden Geräten eine wichtige Voraussetzung für
eine gute Versorgung.
Eine besondere
Form der Kommunikationshilfe ist „Meine eigene Stimme“. Hierbei handelt es sich
um ein Computerprogramm, durch welches die eigene Stimme aufgenommen und
„konserviert“ werden kann. Anwendung findet das System z. B. bei Patienten vor
Kehlkopfoperationen, wenn die Gefahr besteht, dass nach der Operation das
Sprechen nicht mehr möglich ist. Weiter kann das Verfahren eingesetzt werden bei
Patienten mit amyotropher Lateralsklerose. Wichtig ist, dass die Aufnahme der
eigenen Stimme erfolgt, bevor sie verlorengegangen oder ausgeprägter gestört
ist. Kommt es im Verlauf tatsächlich zum Verlust des Sprechens, kann mit der
gewohnten statt mit einer elektronisch erzeugten Stimme über den Sprachcomputer
kommuniziert werden. Verschiedene Eingabesysteme können mit den System
kombiniert werden. Weitere Informationen finden Sie unter
http://meine-eigene-stimme.de/.
Verordnung der Hilfsmittel für
Muskelkranke
Nach einer
umfassenden Beratung sollten insbesondere komplexere Hilfsmittel zunächst
ausprobiert werden, anschließend erfolgt die Verschreibung durch einen Arzt, z.
B. in der Rehabilitationsklinik, im Muskelzentrum oder durch den Hausarzt.
Rezept und Kostenvoranschlag werden durch den Lieferanten, beispielsweise das
Sanitätshaus, bei der Krankenkasse zur Prüfung der Kostenübernahme eingereicht.
Ein kompetenter
Ansprechpartner für muskelkranke Menschen, die Fragen zu Hilfsmitteln haben
und Beratung wünschen, ist das Hilfsmittelberatungszentrum der „Deutschen
Gesellschaft für Muskelkranke“ e.V. in Freiburg (www.dgm.org).
Informieren Sie sich auch zu dem Thema
Sport und Bewegung bei
neuromuskulären Erkrankungen
Mit den besten Wünschen,
insbesondere für Ihre Gesundheit
Dr. med. Carsten Schröter
Chefarzt der
Neurologischen Abteilung der Klinik Hoher Meissner
Arzt für Neurologie
Physikalische Medizin, Rehabilitationswesen
Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke
Der Weg zum
Rollstuhl... (Von Angelika Ruf)
Oft
bedeutet es für die Betroffenen ein langer Weg, bis sie sich entscheiden können
z. B. einen Rollstuhl zu beantragen und diesen auch zu benutzen. Ängste, die
Erkrankung könnte sich durch die fehlende Aktivität verschlimmern, aber auch das
Verhalten der Umwelt, die den Rollstuhl mit „Kranksein“ verbindet, können
Muskelkranke davon abhalten, einen Rollstuhl benutzen zu wollen.
Bei
diesen Gedanken wird übersehen, dass durch die Rollstuhlnutzung z. B. Stürze
vermieden werden können. Auch kann es positiv sein, bei einer vorhandenen
Restgehfähigkeit zu wissen, dass der Rollstuhl wieder verlassen werden kann. Ist
der Umstieg in den Rollstuhl erfolgt, empfinden erfahrungsgemäß viele
Muskelkranke und ihre Angehörigen Erleichterung, dass plötzlich wieder Ausflüge
und weitere Wegstrecken bewältigt werden können, die vorher nicht mehr möglich
waren. Die Muskelerkrankung und die dadurch erforderlichen Hilfsmittel
anzunehmen ist ein Prozess, der die Betroffenen, bedingt durch die
fortschreitende Erkrankung, ihr ganzes Leben begleiten wird.
Im
Rahmen einer Diplomarbeit untersuchte eine muskelkranke junge Frau, wie es
gelingen kann den Rollstuhl als Hilfsmittel anzunehmen und welche Faktoren dabei
unterstützend wirken können. (Ruf, Angelika: Muskelkranke Menschen und die
Akzeptanz von Hilfsmitteln, insbesondere bei der Rollstuhlversorgung,
Evangelische Fachhochschule Freiburg, Januar 2003). Von ihr stammen die im
folgenden niedergelegten Gedanken.
Um eine
gewisse Offenheit gegenüber den medizinisch notwendigen Hilfsmitteln zu
erreichen, bedarf es eines grundsätzlich positiven Umgangs mit der
Muskelerkrankung
selbst. Dabei spielt die Unterstützung durch Angehörige und Freunde eine große
Rolle, aber auch eine befriedigende Arbeit und Hobbys, die das Selbstwertgefühl
der Betroffenen stärken, sind von Bedeutung.
Oftmals
können die muskelkranken Menschen sich unter ihrer Diagnose nichts Konkretes
vorstellen und selbst die Ärzte keine genauen Prognosen vorhersagen. Bei den
langsam fortschreitenden Muskelerkrankungen (wie z.B. der
Muskeldystrophie vom
Gliedergürtel-Typ) ist ein schrittweises Hineinwachsen in den Rollstuhl
möglich, indem dieser z.B. nur im Urlaub oder beim Aufenthalt im Freien benutzt
wird. Viele Betroffene haben Angst, dass ihre Muskelkraft weiter abnimmt, wenn
sie den Rollstuhl benutzen und was das Umfeld dazu sagt, wenn sie zum ersten Mal
im Rollstuhl gesehen werden. Hier werden oft positive aber auch negative
Aussagen erlebt. Dabei spielt jedoch eine Rolle wie der muskelkranke Mensch
selbst mit dieser neuen Situation umgeht. Wenn es gelingt, der Umwelt zu
vermitteln, dass der Rollstuhl eine Erleichterung bedeutet, so wird eher eine
positive Rückmeldung von den gesunden Menschen erfolgen, als wenn Betroffene
einen ängstlichen oder deprimierten Eindruck vermitteln. Denn oft bestehen
Ängste und Unsicherheiten im Umgang mit behinderten Menschen auch von den
gesunden Menschen aus. Diese können abgebaut werden, wenn z.B. der
Rollstuhlnutzer eine offene Ausstrahlung gegenüber seiner Erkrankung und dem
damit erforderlichen Hilfsmittel vermittelt. Damit muskelkranke Menschen jedoch
überhaupt eine bejahende Einstellung gegenüber dem Hilfsmittel entwickeln können
ist es hilfreich, den Rollstuhl z. B. zum ersten Mal im Urlaub zu benutzen
(evtl. in einer fremden Umgebung). Die Erweiterung des Aktionsradius bedeutet
für viele Menschen ein „Aha-Erlebnis“: plötzlich sind wieder viel weitere
Strecken und mehr Aktivitäten (mit geringerer oder sogar ganz ohne Anstrengung)
möglich, als wenn die Wege zu Fuß gegangen worden wären. Hinzu kommt, dass der
Rollstuhl in der jetzigen Gesellschaft zu einem alltäglichen Bild geworden ist
und oft weniger Aufsehen erregt, als wenn eine Person ein außergewöhnliches
Gangbild hat.
Trotzdem bedeutet es für die meisten Betroffenen eine große Überwindung sich zum
ersten Mal in den Rollstuhl zu setzten. Benutzt man z. B. einen Schieberollstuhl
und wird eine Person zum Schieben benötigt, so wird auch ein Stück
Eigenständigkeit aufgegeben. Ebenso muss sich die Begleitperson des
Rollstuhlfahrers erst mit der neuen Aufgabe vertraut machen: den technischen
Umgang mit dem Rollstuhl üben, aber auch die psychische Situation des
Betreuenden berücksichtigen. Dabei kann es vorkommen, dass es der Hilfsperson
nicht (ganz) gelingen kann, das individuelle Tempo des Betroffenen zu
berücksichtigen, so dass dieser sich entweder verbal äußern, oder Kompromisse
eingehen muss. Der Rollstuhlnutzer wiederum sollte bedenken, dass das Schieben
des Rollstuhles auch eine anstrengende Tätigkeit (gerade auf längeren und
steilen Strecken) sein kann und der Begleitperson auch Pausen zugestehen.
Ein
großes Stück Freiheit bedeutet es, sich im Rollstuhl (evtl. durch Anbringen
einer elektrische Schiebehilfe oder Nutzen eines Elektrorollstuhls) selbständig
fortbewegen zu können. Der Rollstuhl (wie auch für manche Menschen das Auto)
wird plötzlich zum Beinersatz, vergrößert den Aktionsradius und bietet neue
Möglichkeiten. Auch für Kinder ist dieser Aspekt sehr wichtig, um ihrem
Bewegungsdrang nachkommen und „sich austoben“ zu können.
Heutzutage gibt es viele Wege, dass auch schwerstbehinderte Menschen (z. B.
durch Anbringen von sog. „Sondersteuerungen“) einen Rollstuhl selbständig
fortbewegen können.
Das
„Design“ und die richtige Anpassung an die Körpergröße ist ein ebenso wichtiger
Punkt bei der Rollstuhlversorgung, um sich so wohl wie möglich zu fühlen.
(Leider werden manchmal, die Rollstühle zu groß ausgemessen. Dies hat den
Nachteil, dass die Person breiter wirkt als sie ist und enge Räumlichkeiten
schlecht passiert werden können. Der Rollstuhl sollte wie angegossen „sitzen“).
Auch
wenn sich Menschen die im Rollstuhl sitzen in manchen Situationen „klein“ fühlen
können, weil die Fußgänger sie von „oben herab“ ansprechen oder Gegenstände
außerhalb ihrer Reichweite liegen, wird oft auch Hilfsbereitschaft und
Rücksichtsnahme von Seiten der Umwelt erfahren. (Das Problem des „Kleinseins“
könnte mit Hilfe eines Rollstuhles der mit einer sog. „Aufrichtfunktion“
ausgestattet ist, behoben werden. Diese Einrichtung ermöglicht es, im Rollstuhl
stehen zu können und hat den positiven Nebeneffekt einer Dekubitusprophylaxe,
Verbesserung des Blutkreislaufes u. a.)
Wenn
Rollstuhlfahrer erleben, dass bei einem Gespräch mit Fußgängern nicht direkt sie
angesprochen werden, sondern die Kommunikation über die Begleitperson läuft,
sollten sie den Mut haben in das Gespräch einzugreifen und um eine direkte
Ansprache zu bitten. Oft ist stehenden Personen nicht bewusst, dass der tiefer
sitzende Gesprächspartner im Rollstuhl ausgeschlossen wird. Auch können
Rollstuhlfahrer den Kommunikationspartner bitten, sich zum Gespräch zu setzen,
um „auf einer Ebene“ sprechen zu können oder körperliche Beschwerden wie
Nackenschmerzen zu vermeiden.
Leider
sind heutzutage immer noch zu wenig öffentliche Gebäude für Rollstuhlfahrer
zugänglich. Es ist wichtig, dass Betroffene (und ihre Interessensvertreter) auf
diese Missstände hinweisen, um ein breiteres Bewusstsein dafür in der
Öffentlichkeit zu wecken. Ältere Menschen und Mütter mit Kinderwagen freuen sich
z. B. genauso über ebene Eingänge ohne Treppenstufen.
Auch
die baulichen Gegebenheiten zuhause, müssen beim Umstieg in den Rollstuhl evtl.
geändert werden. (Informationen zu Ausstattung sowie Finanzierungshilfen bei
Wohnungsumbauten erhalten Sie im Hilfsmittelberatungszentrum der DGM,
Internetadresse:
www.dgm.org ).
Bei der
Anschaffung eines Rollstuhles sollten muskelkranke Menschen überlegen, für
welche Zwecke sie diesen nutzen wollen (in der Wohnung oder im Freien), ob eine
Hilfsperson zum Schieben da ist, oder sie den Rollstuhl selbst führen möchten.
Dabei spielt auch die Mitnahme im Auto eine Rolle. Ein faltbarer
Schieberollstuhl hat in vielen PKW’s Platz, Elektrorollstühle können oft nur mit
Hilfe eines Liftes eingeladen werden.
Der
Rollstuhl sollte möglichst selbst getestet werden (auch im Freien). Im
Erfahrungsaustausch mit anderen Rollstuhlnutzern oder Fachleuten (wie das
DGM-Hilfsmittelberatungszentrum) können wichtige Tipps und Informationen
gewonnen werden.
Je
öfter der Rollstuhl benutzt wird, desto „normaler“ ist der Umgang mit ihm, oder:
„Der
Weg ist das Ziel...“
Weitere Medizinische Informationen
und
Links für Patienten und Interessierte –
von
Amyotrophe Lateralsklerose bis zur
Therapie der spastischen Spinalparalyse
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Weitere
Informationen zu Krankheiten finden Sie bei der
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www.informationen-zu-krankheiten.de.
Info-Material zur Klinik anfordern:
www.wicker-gruppe.de/infomaterial-anfordern.html
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